Deutsch, Students, Universities

Germany: Universities of Excellence – excellent universities?

The German university system has never had an equivalent to Oxbridge, Russell Group or the Ivy League. This is partially down to the way students are admitted – there are no (or very low) tuition fees and by law each university is obliged to offer all students with a German “Abitur” (A-level/IB equivalent) a place for Higher Education. Only if a certain course has more applicants than places can the university choose – and even then the choice must purely be based on A-level results.

Therefore, German universities are pretty egalitarian and cannot chose their undergraduate students and build a profile in the same way universities in other countries do, and students tend to choose their universities mainly based on location.
In more recent years, universities have been given more freedom to choose their postgraduate and PhD students, based on criteria they themselves can set, but since that is a recently new development it has not yet resulted in the same kind of profile building as UK and US universities have perfected.

Much high-ranking German research happens outside the universities: research societies like the Max-Planck Society, the Leibnitz Association, the Fraunhofer Society or the Helmoltz Association run over 200 non-university research centres and are empowered to award PhDs and PostDoc qualifications.

It may be asked, surely there must be a difference in quality between German universities?

The DFG (“Deutsche Forschungsgemeinschaft”, German Research Foundation) is the main funding body for research at German universities and has been responsible for funding of research in all disciplines since 1937. Over the last 15 years, the DFG has recognised that in order to participate in the international exchange of research and in international university rankings, a certain “elite”  status was necessary for some universities. Therefore in 2004  the DFG started the prestigious “Universities Excellence Initiative”, which initially supported certain “clusters of excellence” at a variety of universities. Effectively, selected interdisciplinary research projects and graduate schools were being awarded special funds for developing outstanding research.

This initiative evolved and was developed further over the years, and in 2019 was re-named the “Excellence Strategy”.  It nominated a selected number of universities as “Universities of Excellence” – awarding these institutions up to €15m annualy for research over a period of 7 years.  When this period time has elapsed,  each university is re-evaluated. On 19 July 2019 the DFG announced the 11 winning universities (list see below) that have been awarded this status.

The universities had to apply for selection and were evaluated by an international commission. The initiative focuses exclusively on research output. Whether or not teaching at these universities is “excellent” remains undecided; the German Council of Science and Humanities (Wissenschaftsrat) and the German Rectors’ Conference (Hochschulrektorenkonferenz) have both made it very clear they have no plans to establish an equivalent to the TEF.

The German “Universities of Excellence” are:

  • RWTH Aachen (Rheinisch Westfälisch Technische Hochschule)
  • “Berlin University Alliance” (including FU Berlin, Humboldt University Berlin, TU Berlin and Charité)
  • University of Bonn (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität)
  • Technical University of Dresden
  • University of Hamburg
  • Heidelberg University (Ruprechts-Karls-Universität)
  • KIT – Karlsruhe Institute of Technology
  • University of Konstanz
  • LMU – Ludwig Maximilian University of Munich
  • Technical University of Munich
  • University of Tübingen (Eberhard-Karls-Universität).
Brexit, Deutsch, Digital Publishing, General

Brexit und Verlagswesen. Eine persönliche Stellungnahme einer britischen Deutschen

(This blog post has been written in German. To see an English translations, click here)

Heute ist „Brexit“-Tag. Eigentlich. Und was bedeutet das für dieses Land?

Heute sollten wir aus der EU austreten, hieß es. Nun also doch nicht.

Als die Briten vor 3 Jahren für ein Referendum an die Wahlurnen gebeten wurden, war vorher klar, dass das Ergebnis knapp ausfallen würden. Das tat es dann ja auch (52% zu 48%) – warum es in so einer Entscheidung keine Zweidrittel-Mehrheit brauchte, wundert mich noch heute. Viele Briten hatten die Nase voll von der EU, von seiner Bürokratie und Inflexibilität. Die Flüchtlingskrise hatte ihren Höhepunkt erreicht und es gab Angst vor Überfremdung, die zwar irrational und unabhängig von der EU war, aber von den sog. „Brexiteers“ wunderbar geschürt wurde. Einem maroden Gesundheitssystem wurde die magische Transformation zum Besseren versprochen und auch an anderen Stellen wurden der Bevölkerung Versprechungen gemacht, die niemals hätten gehalten werden können. Von Wirtschaftschaos, steigenden Preisen und Fachkräftemangel erfuhr die Bevölkerung erst, als es zu spät war. In der gesamten Thematik – angefangen von David Cameron’s Einberufung des Referendums, über die darauf folgende Kampagne, bis hin zur Durchführung – ging es immer nur um eines: Parteipolitik. Um Status und Macht von Einzelnen. Um das Wohl des Volkes und die Zukunft des Landes hat sich niemand geschert. Die Bevölkerung hat es nun endlich begriffen und das Parlament sitzt in einer Zwickmühle, aus der es nur schwer – wenn überhaupt – herauskommt.

Mehr und mehr meiner britischen Mitbürger sehen ein, dass es das Chaos, die Unsicherheit und das Risiko nicht wert war. Ja, die EU hat ihre Schwächen. Ja, es wäre manchmal einfacher und vielleicht auch wünschenswert, Entscheidungen ohne Abhängigkeit von Brüssel treffen zu können. Aber die Zeiten des britischen Empires sind vorbei, und Änderungen kann man nur bewirken, wenn man Teil des Ganzen ist.

Die Stimmung im Land ist anders als sie es vor 3 Jahren war. Die Bevölkerung wurde durch diesen Prozess aufgerüttelt und besser informiert. Aber leider ist die Regierung von ehemaligen Elite-Schülern dominiert, die in ihrer eigenen Wolke leben und zu ihrer Wählerschaft keinen Bezug mehr haben. Das wahre Leben ist den Meisten von ihnen fremd.

Heute ist „Brexit“-Tag. Eigentlich. Und was bedeutet das für mich?

Seit über 13 Jahren lebe ich nun als Deutsche in Großbritannien, seit knapp 7 Jahren mit einem britischen Pass. Diesen hatte ich mir damals zugelegt, weil ich meine Zukunft hier sah, und als Steuerzahlerin wollte ich auch volles Wahlrecht haben. Und weil Deutschland einen Zweitpass neben dem deutschen problemlos erlaubt, solange es sich um einen EU-Pass handelt, habe ich auch gar nicht lange gezögert – höchstens die damit verbundenen, relativ hohen Kosten haben mich mal kurz zweifeln lassen, ob es sich überhaupt lohnt. „Ich bin doch eh EU-Bürgerin, und somit ist so ein britischer Pass doch eigentlich gar nicht nötig. Ein ziemlich teuer erkauftes Wahlrecht, aber mehr eben nicht“ – so dachte man noch damals. Und damals ist gerade mal 7 Jahre her.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich nur 4 Jahre später heilfroh sein würde, dass ich mir um Aufenthaltsstatus, Arbeitserlaubnis und Gesundheitsversorgung als EU-Bürgerin keine Sorgen wuerde machen müssen. „Brexit“ hatte die Situation verändert und noch bis heute ist die Situation für viele meiner EU-Mitbürger unsicher.

Heute ist „Brexit“-Tag. Eigentlich. Und was bedeutet das für das Verlagswesen?

Seit ich in dieses Land gezogen bin, war ich im wissenschaftlichen Verlagswesen taetig – ich habe mit Bibliotheken weltweit gearbeitet, für und mit großen, kleinen und Kleinst-Verlagen, mit Organisationen rund ums Verlagswesen, Technologiefirmen und Non-for-Profit-Organisationen. Die meisten davon sind britisch und für sie hat der Brexit direkte Implikationen.

Vor allem im wissenschaftlichen Verlagswesen sind die Auswirkungen immens. Durch die immer wachsende Globalisierung von Wissenschaft beschränken sich Autoren und Leserschaft nicht auf den englischsprachigen Markt, sondern sind international. Natürlich spielt die EU hier eine große Rolle: nicht nur in Bezug zu Kundenbeziehung – die Unklarheiten über Handelsabkommen, Verzollung, Mehrwertsteuer etc. bremsen den Vertrieb und die mit dem Brexit einhergehenden Schwächung des britischen Pfundes bedeutet direkte Umsatzverluste – aber auch, und vor allem in Bezug zu Autoren. Ein Großteil des wissenschaftlichen Publizierens basiert auf Forschung; Forschung, die zu großen Teilen von EU-Geldern gefördert wird. Für britische Wissenschaftler ist es bereits seit dem Referendum 2016 schwerer geworden, an internationalen Projekten teilzunehmen, da ihre Finanzierung unklar war und ist. Die britische Regierung stellt nicht annähernd genug Geld zur Verfügung, um dieses Finanzloch in Zukunft zu stopfen. Inwiefern europäische Wissenschaftler in einem Nach-Brexit Großbritannien werden leben und arbeiten können, ist ebenso unklar.
Copyright-Direktiven finden auf EU-Basis statt – keiner weiss, in wie weit die erst in dieser Woche verabschiedete EU-Urheberrechtsreform in Großbritannien greifen wird. Von einer internationalen Kooperation bei der Durchsetzung von geistigem Eigentumsrechten außerhalb der EU ganz zu schweigen.
Die EU setzt Richtlinien – sei es im Bereich von Open Access (Plan S), der Angleichung von Mehrwertsteuern für digitale Bücher und Zeitschriften, oder den internationalen Markt von Online-Gütern und Datentransfer. Wenn dieses Land kein Teil der EU mehr ist, stehen alle diese Themen in den Sternen und die Unsicherheit, wie es in diesen Bereichen weiter gehen wird, ist in den Verlagen deutlich zu spüren.

Heute sollten wir aus der EU austreten, hieß es. Nun also doch nicht.

Zumindest nicht heute. Vielleicht in zwei Wochen, vielleicht in zwei Monaten, vielleicht in zwei Jahren. Vielleicht auch nie.

Die unsägliche Art und Weise, mit der die hiesige Regierung das Thema behandelt, lässt mich sprachlos. Selten hat das Wort „Fremdschämen“ eine bessere Anwendung gefunden; und ich bin dankbar, dass ich noch diese andere – nicht-britische – Identität habe. Und dennoch lebe ich gerne in diesem Land, das ich seit 13 Jahren mein Zuhause nenne. Deutschland ist mir in dieser Zeit fremd geworden – und ist mir doch so nah.

Annika Bennett, Gold Leaf